musica aperta_03

18. Saison 2016 / 2017 
Reservation: 076 518 59 29, Eintritt Fr. 30.- / 20.-    www.musica-aperta.ch

 

Alter Stadthaussaal, Marktgasse 53, Winterthur 
Samstag  21. Januar 2017, 20 Uhr

 SYNAPSEN

Ensemble ö!
Riccarda Caflisch Flöte, Manfred Spitaler Klarinette, David Sontòn Caflisch Violine, Christian Hieronymi Violoncello, Asia Ahmetjanova Klavier

2017-01-21 Ensemble ö_800

 

Iannis Xenakis (1922-2001)

Dikhthas (1979) für Violine und Klavier

Claude Vivier (1948-1983)

Paramirabo (1978) für Flöte, Violine, Violoncello und Klavier

Stephanie Haensler (*1986)

im Begriffe (2016) für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier (Uraufführung, Auftrag von musica aperta)
  
Der Kompositionsauftrag wurde realisiert im Rahmen der Nachwuchsförderung von Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung  
   und mit Unterstützung der Fondation Nestlé pour l'Art.

David Sontòn Caflisch (1974)

BILDER, 3. Satz und Epilog (2015) für Flöte, Klarinette, Violine und Violoncello

Maurice Ravel (1875-1937)

Boléro (1928) (Bearbeitung von David Sontòn Caflisch 2014) für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier

Ein wichtiges Anliegen vom Ensemble ö! ist die besondere Programmgestaltung. ö! erzählt in jedem Konzert eine in sich geschlossene Geschichte, die vom Hörer nachvollzogen werden kann und sich jeweils einer Thematik widmet. So entsteht gewissermassen ein abendfüllendes Werk, an dem mehrere Komponisten beteiligt sind. Zudem ist jedes Konzert Teil eines übergeordneten Saisonthemas, das jeweils aus einer anderen Perspektive beleuchtet wird. Zeitgenössische Musik soll so zu einem emotional und intellektuell nachvollziehbaren Ereignis werden.
Alle Saisonprogramme werden in Chur und in der Maison 44 in Basel aufgeführt. Hinzu kommen Konzerte an anderen Orten.

Die Saison 2016/17 trägt den Titel „Schach als Musik“ und erkundet die Welten zwischen Schachspiel und Musik. Auch wenn man diese zwei Welten auf Anhieb nicht miteinander verbindet, so zeigen sich beim zweiten Blick doch viele Berührungspunkte. Insbesondere dann, wenn man Schach nicht als reinen Denksport sondern vielmehr als eine Art von Kunstform betrachtet: Logik und Intuition spielen hier eng zusammen. Eine unendliche Anzahl an Kombinationen und Abhängigkeiten der Schachfiguren oder musikalischen Parameter muss gegeneinander abgewogen und in eine möglichst perfekte „Harmonie“ gebracht werden.

Das 3. Saisonprogramm „Synapsen“ legt den Fokus auf sich ständig neu bildende Verknüpfungen. So gelangen Werke zur Aufführung, die stilistisch nicht nahe miteinander verwandt sind, deren besondere Kombination miteinander aber zu neuen Hörerlebnissen führt und neue Synapsen bildet. Die Entstehungs-zeit der Werke spannt sich über beinahe 90 Jahre, von Ravel über Xenakis und Vivier bis zu Sontòn Caflisch und der Uraufführung von Stephanie Haenslers „im Begriffe“.

In der Saison 2016/17 fördert musica aperta den Nachwuchs im Bereich Komposition durch die Vergabe von 6 Aufträgen an junge KomponistInnen, wobei die Ensembles und die KomponistInnen zusammenarbeiten und in einen fruchtbaren Dialog treten.

Stephanie Haensler schreibt: „im Begriffe” ist zuerst einmal ganz bildlich zu verstehen: 'Begreifen', zwar durchaus eine kognitive Betätigung, funktioniert auf neuronaler Ebene durch und durch haptisch: Das Wort 'Synapse' aus dem Griechischen σύν syn (zusammen); άπτειν haptein (greifen) bezeichnet die Kontaktaufnahme zwischen Nervenzellen und anderen Zellen und dient vereinfacht gesagt der Signalübertragung. Eben diese Vorgänge, ihr Entstehen und Wirken waren Grundimpuls für meine Komposition für fünf Instrumente und durchziehen sie quasi als zentrales Nervensystem.“

Ensemble ö! wurde 2002 als Nachfolge des Streicherensembles 'musicuria' von David Sontòn Caflisch gegründet. Während bei 'musicuria' die Neue Musik nur einen Teil der Programme ausmachte, fokussierte sich ö! unter Einbezug anderer Instrumente von Beginn an auf zeitgenössische Musik. Die neuen Mitglieder waren inzwischen zu ambitionierten BerufsmusikerInnen  mit einer besonderen Affinität zur Musik unserer Zeit geworden. Heute besteht ö! aus acht MusikerInnen. Dazu kommen regelmässig Zuzüger sowie gelegentlich Gastdirigenten oder KünstlerInnen aus anderen Sparten.    www.ensemble-oe.ch

gleiches Konzert: Sonntag, 22. Januar 2017, Theater Chur
Montag, 23. Januar 2017, Maison 44, Basel

    dieses Programm als  *.doc     und      *.pdf

 

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Alter Stadthaussaal, Marktgasse 53, Winterthur 
Freitag  3. März 2017 20 Uhr

canti di vita e d'amore

Kornelia Bruggmann, Stimme & 2 Congas, Kontrabass, Schellenbaum, Bassflöte, Gong

 

Luciano Berio (1925-2003)
Martin Schlumpf (1947)
G
iacinto Scelsi
 
Luigi Nono (1924-1990)
 
Gerald Bennett (1942)
Giacinto Scelsi (1905-1988)
Rainer Boesch (1938-2014)
Alain Savouret (1942)
Blaise Ubaldini (1979)
Jacques Demierre (1954)
Joëlle Léandre (1951)
 

sequenza 3 (1966) per voce femminile - Die Sängerin kommt und geht.
ritual für k. (2015) - Die Sängerin bleibt vorläufig.
aus den canti del capricorno (1962-72)
 
für Stimme, Gong, Kongas, Kontrabass, Schellenbaum, Bassflöte
djamila boupachà
Sopransolo 2.Satz aus "canti di vita e d'amore"(1962)
- Die zum Tode verurteilte Revolutionärin
columba nitens
(2010) pour soprano et bande magnétique
pater noster - Als perpetuum nobile der Sängerin
dechiffrage à l'ouïe (1960-70) für Tonband und Sängerin
- Diese Version spart Pianist und Orchester.
N.N. (2016) (Uraufführung des Auftrages von musica aperta)
bleu (1986) pour voix seule -
Lachsalven über eine Bluesleiter für flüchtende Sängerin
hello taxi (1983) für sprechende Bassistin, gespielt von streichender Sängerin
- Kein Platz im Taxi für Kontrabass und ...?

Kornelia Bruggmann kennt keine stilistischen und historischen Grenzen, von nordischen Balladen aus dem frühen Mittelalter bis zu neusten Kompositionen, von Jazz bis Oper, von Liebeslied zu politischer Protestmusik. Aber das hat nichts mit Beliebigkeit zu tun, vielmehr gibt sie der Musik immer ihr persönliches Gepräge und vor allem eine ungeheure Intensität und Präsenz, der man sich nicht entziehen kann. Sie ist die einzige Sängerin, die in Scelsis "Canti" alle Instrumente selber spielt, wie in unserem Programm zu hören. Und diese 20 Gesänge sind für Kornelia Bruggmann eine Art Lebensbegleiter, in immer neuen Konstellationen interpretiert.     

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