musica aperta_03

Archiv 2018-19

Archiv 2019-20

Archiv 2020-21

Alter Stadthaussaal, Marktgasse 53, Winterthur
Freitag  26. November 2021, 20 Uhr

Duo eventuell
Vera Wahl und Manuela Villiger, Saxophon

Duo eventuell_800

Mauro Hertig (1989)

One Last Time, The Same (2021)
Uraufführung des Auftrages von musica aperta (Nachtrag der Saison 2020/21)

 

Trio catch
Boglárka Pecze - Klarinette; Eva Boesch - Violoncello; Sun-Young Nam - Klavier

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Jakub Rataj (1984)

IOI (Interludium - Oringin’s Ichor) (2018)

Daniela Terranova

flowers endlessly open (2020) 

Helmut Lachenmann (1935)

Allegro Sostenuto (1986-88)

Wie klingt ein unfreiwilliger Kanon? Im Stück “One Last Time, the Same” von Mauro Hertig wird Scheitern zum Programm - Eine Saxofonistin imitiert die andere übers Ohr so direkt nachfolgend wie nur möglich, mit den zu erwartenden kleinen und grossen Ungenauigkeiten. Im ständigen Wechselspiel zwischen Komplexität und Simplizität entstehen dadurch mal klare, mal grob verformte Momente - als ob ein Malerpinsel von einer viel zu nervösen Hand geführt wird.

Nicht gescheitert, aber gebrochen wird in Helmut Lachenmanns “Allegro Sostenuto” - nämlich die Magie, welche aus den feinen Klängen herausgekitzelt wird, nur um danach als Trick entlarvt zu werden. Eine 30-minütige Zauber- und Enthüllungsshow, in der musikalische Gesten aus allen möglichen Blickwinkeln seziert und wieder zusammensetzt werden.

Ganz dem Sog des nicht-linearen Prozesses wiederum vertrauen die Stücke von Daniela Terranova und Jakub Rataj: Man kann nicht voraussehen, wann die Blätter einer Blume fallen; sicher ist nur, dass sie es alle irgendwann tun. Dieser Form der konzentrierten Aktion von Vor-Während-Nach geht Terranovas Stück in oszillierenden Klangflächen auf den Grund. In Ratajs IOI dient wiederum eine fliessende Quelle als Ursprung, deren fliessendes Produkt nach und nach unumkehrbar verändert wird. Das Kippen der Schalter geschieht mal unbemerkt, mal offensichtlich, aber nie den ständig sich verändernden Fluss unterbrechend. (Mauro Hertig)

Mauro Hertig ist Komponist mit einem breiten Output von Ensemblestücken, Kammermusik, konzeptuellen und ortspezifischen Stücken. Sein Werkfokus liegt auf den phänomenologischen Manifestationen von Puls, der Sichtbarmachung von musikalischer Erinnerung und dem ambivalenten Verhältnis von der Partitur zum Klang.
Sein Studium in zeitgenössischer Komposition absolvierte er an der Zürcher Kunsthochschule in der Klasse von Isabel Mundry (BA) und an der Kunstuniversität Graz in der Klasse von Beat Furrer und Klaus Lang (MA).

Catch! Das Publikum fangen. Die so unterschiedlichen Klangfarben von Klarinette, Violoncello und Klavier virtuos zur Entfaltung bringen und sich dabei immer wieder neu auf die Suche nach dem gemeinsamen, unverwechselbaren Klang begeben – das macht das spezielle Profil des Trio Catch aus. Das in Hamburg beheimatete Trio arbeitete in den neun Jahren seines Bestehens bereits mit zahlreichen Komponisten zusammen. 2014 erschien beim Label col legno die Debüt-CD des Trios „in between“, 2016 die CD „Sanh“. Die dritte CD „as if“ (erschienen 2019 beim Label bastille musique) wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Eine rege Konzerttätigkeit führte das preisgekrönte Trio Catch bisher durch Südamerika, Asien und Europa sowie zu Festivals wie Ultraschall Berlin, Musica Strasbourg, Heidelberger Frühling, Schleswig-Holstein Musikfestival, Klangspuren Schwaz und Wittener Tage für neue Kammermusik. Highlights der Saison 2019/20 sind Auftritte in der TauberPhilharmonie Weikersheim, im Schumann Haus Leipzig sowie bei den Festivals Festival d’Automne in Paris, November Music in ´s-Hertogenbosch und Contempuls Prag. (www.triocatch.com)

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Alter Stadthaussaal, Marktgasse 53, Winterthur
Dienstag 16. November 2021, 20 Uhr

ver(per)formt - Von Verwindung und Verstimmung
Thirza Moeschinger, Bewegung und Julia Pfenninger, Cello

aperta 3.Okt.21 ver(per)formt farbig beschn_800.

J.S. Bach (1685-1750)

Suite Nr.5, BWV 1011, 
Prélude, Sarabande, Gavotte

Zoltán Kodály (1885-1967)

Sonate für Violoncello solo op.8 (1915)
Allegro appassionato ma maestoso

Henri Dutilleux (1916-2003)

3 Strophes sur le nom de Sacher pour Violoncelle solo (1976)

Shi-Rui Zhu (1954)

Hymne – Musik für Cello solo ohne Bogen (2000/3)

Rajiv Satapati (*1983)

…trink, nette Marion, trink! (2021),
UA, Auftrag von musica aperta

Rajiv Satapati: ...trink, nette Marion, trink! (2021)
Sind Bach, Kodály, Dutilleux, Zhu «drahtführend» oder hat die nette Marion doch ihren eigenen Willen? - Der Extrakt der vorhergehenden Werke, im Wesentlichen die verschiedenen Scordaturen, wird nach eigener Rezeptur symbiotisch neu zubereitet und der Muse als Lebenstrank verabreicht

Wie weit darf eine Verformung gehen? Wie stark eine Verstimmung sein? Wie verdreht eine Verwindung? – Ein Phänomen des 16.Jahrhunderts hangelt sich über das 20.Jahrhundert bis zur Musik unserer heutigen Zeit: Die Skordatur, also jegliche Abweichung der etablierten Stimmung eines Streichinstruments. Jedes der gespielten Werke hat seine eigene (Ver)-Stimmung, seine eigenen Gründe für seine Abweichung, seine eigene Klangwelt. Von experimentell bis praktisch, von cellistisch bis unerkennbar.
Diese Verformungen des Klangkörpers Cello sollen nicht nur hör- sondern auch sichtbar werden. So treten die beiden Künstlerinnen in Interaktion, erforschen Zusammenhänge und Kontraste der Musik und der Bewegung, verschmelzen und verlieren sich wieder. Grenzen werden gezogen und verwischt. Es entstehen Bilder und Geschichten, Assoziationen, Beziehungen zwischen Körper, Cello, Musik und Interpretinnen bauen sich auf, zerbrechen und gipfeln im Bruch mit ihren Rollen, sodass die Einzelteile zerfallen, ihre Eigenschaften sich vermischen und neues entstehen lassen.

Thirza Möschinger, geboren und aufgewachsen im Zürcher Oberland. Studium Musik und Bewegung an der ZHdK, seit 2013 Tätigkeit als Musik- und Bewegungspädagogin an der Jugendmusikschule Winterthur und an der KS Im Lee. Aktiv mit eigenen Projekten in der Kunstszene, unter anderem Teil des Künstlerkollektiv «Lichtspur». Schliesst gerade ihr Masterstudium Rhythmik an der ZHdK ab.

Julia Pfenninger studierte an der ZHdK in der Klasse von Prof. Martina Schucan. 2015 schloss sie den Master of Arts in Musikpädagogik mit Auszeichnung ab und erweiterte anschliessend ihre Studien bei Prof. Conradin Brotbek an der Hochschule der Künste in Bern und erlangte 2018 den Master of Arts in Music Performance, ebenfalls mit Auszeichnung. Julia Pfenninger sammelte vielfältige Erfahrungen als Solistin und ist als Teil verschiedener Kammermusik-Ensembles regelmässig zu hören. Ausserdem ist sie Stimmführerin im Kammerorchester „La Partita“, sowie Zuzügerin bei den Zürcher Symphoniker, der Camerata Schweiz und der Camerata 49. Neben der eigenen künstlerischen Tätigkeit ist ihr das Unterrichten eine Herzensangelegenheit. Mit viel Freude und Engagement unterrichtet sie seit 2015 eine Celloklasse an der Musikschule Uster Greifensee.

Rajiv Satapati wurde 1983 mit indischen Wurzeln in Zürich geboren. Als Instrumentalist und Dirigent ist er in Orchestern, Chören, Ensembles und Bands tätig. In diesen Aktivitäten liegt die polystilistisch und vielseitig kompositorische Tätigkeit begründet, welche diverse Stile (z.B. zeitgenössische und traditionellen Klassik, Jazz) und Genres (Konzert-, Theater-, Hörspiel-, Filmmusik, etc.) umfasst. Kompositionsunterricht erhielt er u.a. bei Andreas Stahl, Christian Henking, Andreas Nick und Burkhard Kinzler. Ergänzend besuchte er Meisterkurse u.a. bei Urs Peter Schneider, Klaus Huber, Ertuğrul Sevsay, Heinz Holliger. Offentliche Erfolge verzeichnete er am "25. Davos-Festival" 2010 ("Young Artist in Concert"), an der "Berner Biennale" 2010, am "Berner Musikfestival" 2011, an der "Rüttihubeliade" 2012, an der "L'Art pour l'Aare" 2013, am Swiss Chamber Music Festival 2015, an den Internationalen Akkordeon-Wettspielen in Innsbruck, sowie mit der "Grammont Seìlection 5" (CD-Publikation von "Musiques Suisses") und mit diversen Auftragskompositionen und -arrangements wie z.B. für das "Sofa Theater" (Live- Hörspiel) 2013 absolvierte er an der "Hochschule der Künste Bern" den "Master of Arts in Music" mit Hauptfach Komposition, 2016 an der "Zürcher Hochschule der Künste" mit Hauptfach Musiktheorie und 2019 mit Hauptfach Pädagogik.
Seit 2015 lehrt Rajiv Satapati an verschiedenen Konservatorien und doziert seit 2016 an der Hochschule der Künste Bern in diversen Musiktheoriefächern. Neben seiner musikalischen Tätigkeit ist er seit 2006 auch als Linienpilot tätig
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   weiteres Konzert: Sonntag, 07. November 2021, 17 Uhr, OHHO Neumarktstr. 62, Biel

 

Alter Stadthaussaal, Marktgasse 53, Winterthur
Donnerstag 23. September 2021, 20 Uhr

Ensemble Horizonte - Bekenntnisse

Ensemble Horizonte Detmold:
Dante Montoya (Flöte), Jörg-Peter Mittmann (Englischhorn, Leitung), Merve Kazokoglu (Klarinette) Yukinobu Ishikawa (Schlagzeug),
Valeska Gleser (Harfe), Maria Pache (Viola), Martina Styppa (Violoncello), und
als Gast: Egidius Streiff (Violine)

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Salvatore Sciarrino (1947)

muro d‘orizzonte (2017) für Flöte, Englischhorn und Bassklarinette

Younghi Pagh-Paan (1945)

Fanfarelle (2019), für Violine solo

Younghi Pagh-Paan

Rast in einem alten Kloster (1992/94), für Bassflöte solo

Jörg-Peter Mittmann (1962)

Jenseits der Bläue (2013) für Flöte, Klarinette, Harfe, Schlagzeug und Streichtrio

Jean-Luc Darbellay (1946)

... bei einem Engel irgend (2017) für Flöte, Klarinette, Harfe, Schlagzeug, Streichtrio

Klaus Huber (1924 - 2017)

Intarsimile (2010) für Violine solo

Max E. Keller (1947)

Holzschnitte (2017) für Flöte, Klarinette, Harfe, Schlagzeug und Streichtrio

Die Funktionen von Musik sind vielfältig, sie mag unterhalten, mag durch Strukturen begeistern, mag zu Bewegung anregen, in meditativ-psychedelische Zustände versetzen – oder aber sie mag ein mehr oder weniger fest umrissenes, bekenntnishaftes Anliegen zum Ausdruck bringen. Traditionell ist Letzteres vor allem in der Sakralmusik anzutreffen, in jüngerer Zeit ähnlich auch in politischer Musik. Die Werke dieses Programms beleuchten eine Vielfalt unterschiedlicher Bekenntnisse, teils sehr persönlicher, teils allgemeiner ästhetischer oder gesellschaftlicher Natur. Da hinterfragt Max E. Keller die Gesellschafts-Visionen des 20. Jahrhunderts, Younghi Pagh-Paan beschwört die Verbundenheit westlicher und östlicher Geisteswelt, Jean-Luc Darbellay vertont einen Aphorismus Paul Klees über die Vergänglichkeit, Salvatore Sciarrino gestaltet eine verwegen karge Apotheose seiner sizilianischen Heimat und Jörg-Peter Mittmann spürt einem Sehnsuchtsort romantischer Kunstreligion nach.

      weiteres Konzert: Mittwoch, 22. Sept., 20 Uhr, l'art pour l'Aar Bern,  Le Cap (Französische Kirche) Predigergasse 3

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