musica aperta_03

19. Saison 2017 / 2018 
Reservation: 076 518 59 29, Eintritt Fr. 30.- / 20.-    www.musica-aperta.ch   www.villastraeeuli.ch

 

Dienstag 23. Januar 2018, 20:00 Uhr
Villa Sträuli, Museumsstrasse 60, Winterthur

CLAIR DE LUNE
Von der Sehnsucht nach einer besseren Welt oder "romanticism reloaded"

Mondnacht-Ensemble Basel:
Beatrice Voellmy - Sopran, Peter Zimpel - Bass, Claudia Weissbarth - Flöten, Matthias Wamser - Klavier

2018-01-23_Mondnacht_800

Gregorianischer Choral

Sitivit anima mea

Alban Berg (1885-1935)

Traum - Schlummerlose Nächte - Sehnsucht III für Bass und Klavier

Max E. Keller (1947)

Traum - Schlummerlose Nächte - Sehnsucht III (2017) für Bass, Flöten und Klavier - UA

Hans Eugen Frischknecht (1939)

4 Stücke für Flöte und Klavier

Robert Schumann (1810-1856)

Mondnacht aus dem "Liederkreis" Op. 39
   
nach Texten von Joseph von Eichendorff für Sopran und Klavier

Matthias Heep (1965)

Mondnacht (2017) für Sopran, Flöte und Klavier - UA

Violeta Dinescu (*1953)
 

im windes-weben (2016) Flöte solo, nach Gedicht Stephan George - UA
  alternierend mit
Kairuan (2016)
für Flöte solo nach einer Postkarte von Paul Klee - UA

Gabriel Fauré (1845-1924)

Clair de lune für Sopran und Klavier

Jean-Luc Darbellay (1946)

Clair de lune (2017) für Sopran, Bass, Flöten und Klavier - UA

Gregorianischer Choral

Sicut illum inter spinas

Die Mondnacht-Konzerte haben mittlerweile Tradition, und durch ihre aussergewöhnlichen Programme haben sie immer wieder neue Künstler angelockt.
Zum Kreis der Mondnacht-Komponisten Jean-Luc Darbellay, Matthias Heep, Max. E. Keller und Hans Eugen Frischknecht gesellt sich neu die rumänische Komponistin Violeta Dinescu, die seit langem in Deutschland lebt, seit 1996 als Professorin für Komposition an der Universität Oldenburg.

Aus dem Bewusstsein heraus, dass unsere Existenz höchst unvollkommen ist, entsteht die letztlich nicht zu stillende Sehnsucht nach einer besseren Welt. So entstand ein Programmkonzept, das man vereinfacht als «romanticism reloaded» bezeichnen könnte. Komponisten von heute werden mit Texten von Werken konfrontiert, die bereits zu den Klassikern des romantischen Liedrepertoires zählen, mit Werken von Robert Schumann, Gabriel Fauré und Alban Berg. Und es ist höchst interessant, wie die heutigen Komponisten je ganz verschieden auf diese Texte und ihre historische Vertonung reagieren.

weitere Konzerte:

 

Samstag 20.1.2018, 20:00

Basel, Offene Kirche Elisabethen Elisabethenstrasse 10

Freitag, 2.2.2018, 20:00

Bern, Französische Kirche, Predigergasse 3, Le Cap

Freitag 9.3. 2018, 20:00

Zürich, Hottingersaal, Gemeindestrasse 54

Samstag, 10.3.2018, 20:00

Dornach, Klosterkirche, Amtshausgasse 10

 dieses Programm als *.doc     *.pdf

 

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Dienstag 6.3.2018, 18.30 Uhr
Kunstmuseum Winterthur, Museumstrasse 52, Winterthur

L'art pour l'Aar
das Paul Klee Projekt

Ensemble Sortisatio (Leipzig):
Axel Andrae - Fagott, Thomas Blumenthal - Gitarre, Walter Klingner - Oboe und Englischhorn, Matthias Sannemüller - Viola

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Pierre-André Bovey (1942), Bern

Anfang eines Gedichts (2012)

Markus Hofer (1949), Bern

engel noch weiblich (2012)

Thomas Ch. Heyde (1973), Leipzig

Trauernd (2010/11)

Jean Luc Darbellay (1946), Bern

Über Wasser (2012)

Max E. Keller (1947), Winterthur

Der Rutengänger (2012)  Bild im Kunstmuseum Wintherthur

Hans Eugen Frischknecht (1939), Muri

Klee-Impressionen (2008)

Satoshi Tanaka (1956), Tokio

Zeichensammlung Südlich (2014)

Stefan König (1963), Leipzig

Wasserpyramiden (2015)

Paul Klee war lange unsicher, ob er Musiker oder Maler werden wolle. Er arbeitete zunächst als Geiger in Bern, erst mit 27 entschied er sich definitiv für Malerei. Bildtitel wie Fuge in rot oder polyphon gefasstes weiss zeigen, wie Klee sich weiterhin mit Musik beschäftigte. Andererseits sind zahlreiche Kompositionen geschrieben worden, die sich auf Klees Bilder beziehen. Der Amerikaner Stephen W. Ellis hat weltweit insgesamt über 550 solcher Werke gesammelt. Das Ensemble Sortisatio hat in zwanzig Jahren um die 30 Werke uraufgeführt, die von Paul Klees Bilder inspiriert sind. Nun wurde eine CD mit den Werken der Komponisten Hui, Bovey, Hofer, Darbellay, Frischknecht, Keller, Tanaka, König und Heyde im Probesaal des MDR-Orchesters im Gewandhaus Leipzig aufgenommen, die als CD-Vernissage in den Konzerten in Bern und Winterthur vorgestellt wird.

Pierre-André Bovey erinnern die verstreuten Buchstaben an punktuelle Musik: "Klee zitiert auch die erste Zeile eines Liedes, das Bach ins Klavierbüchlein seiner Frau Anna-Magdalena aufgenommen hat. In meinem Stück wird diese kurze musikalische Phrase gegen Schluss von der Bratsche gespielt. Markus Hofer geht davon aus, dass engel noch weiblich in einer - wenn auch augenzwinkernden - Beziehung zu Eurydike steht und bezieht sich auf ein eigenes Werk, in dem er Gedichte von Ingeborg Bachmann und Lea Gottheil verwendet hat. Thomas Ch. Heydes Vorlage Trauernd zeigt vor flirrendem Hintergrund einen trauernden Menschen, dargestellt mit einer einzigen, geschwungenen Linie. Dies spiegelt eine lange Krise des Malers, der 1933 in die Schweiz zurückgekehrt war, da er nach Hitlers Machtergreifung als "entartet" ausgegrenzt wurde. Heyde bemüht sich um eine eigene Leseart von Trauernd: "So erinnert lediglich eine immer wiederkehrende, aufsteigende Intervallfolge an die geschwungene Linie der Vorlage Klees und aus dem flirrenden Hintergrund werden Klangflächen." Auch Jean-Luc Darbellays Vorlage über Wasser ist eine Reaktion auf Klees Entlassung in Düsseldorf (1933), nach der er sich nur knapp „über Wasser“ halten konnte. "Entsprechend der düsteren Stimmung im Bild beginnt das Stück mit einer 'sprachlosen Konfusion'. Tonlos erzeugen Klappen- und Klopfgeräusche, eine unheimliche Klangwelt, die von einer atemlosen Suche nach einem Ausweg abgelöst wird. Verschiedene Versuche schlagen fehl, bis die Richtung durch einen einzigen, wiederholt von allen Instrumenten angespielten Ton vorgegeben wird." Max E. Keller setzt einzelne Formen des Bildes (ein stoppelhaarigen Rutengänger mit merkwürdig grossen, blauen Augen geht durch eine bizzar-kindliche Landschaft) direkt in musikalische Figuren und Prozesse um, andererseits spielt das Schreiten des Rutengängers, das im Bild nicht zu sehen ist, eine wichtige Rolle.
H.E. Frischknecht hat sich generell von kleinen, oft nur aus wenigen Strichen bestehenden Zeichnungen zu sieben kurzen, ebenso knappen Stücken anregen lassen, die sich aber nicht direkt auf bestimmte Zeichnungen beziehen, sondern mit wenigen Elementen arbeiten, betitelt etwa "Akkorde gar kurz" oder "Linien, unterbrochen". Satoshi Tanaka bezieht sich im 1. Satz mit Staccatoklängen sehr direkt auf den Hintergrund des Bildes, mit dem Kanon einer einzigen Melodie auf den Vordergrund, wobei alle Instrumente gleichwertig behandelt werden. Stephan König setzt die vier Pyramiden des Klee-Bilder in vier Sätze um, die vom Charakter her durchaus traditionell gehalten sind, beginnend mit einer Melodie über Tremoli und Pizzicati, endend in einem furiosen Allegro.

weitere Konzerte:
Fr 2.3. in der Galerie Thomas in München
So 4.3.2018, 16 Uhr, L'art pour l'Aar im Zentrum Paul Klee Bern,
Monument im Fruchtland 3, Eintritt: Ausstellungsticket
ausserdem: Mo 5. 3. 2018, 18.30 Uhr, Kuppelsaal der Universität Bern, Hochschulstr. 4 "Klee und die Musik" - Gespräch mit Musikbeispielen, in Zusammenarbeit mit der Musikforschenden Gesellschaft Bern

neue CD "L'art pour l'Aar präsentiert das Paul Klee Projekt Bern-Leipzig" für 20.- bei max.e.keller@gmx.ch

Diese Veranstaltungen wurden ermöglicht durch eine Kooperation mit dem Kunstmuseum Winterthur

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Dieses Programm als  *.doc  oder als  *.pdf

 

 

 

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